Warum der Kampf gegen Gedanken dich müde macht und wie Loslassen ohne Kampf möglich wird
- Anna Lena Olivas
- vor 4 Tagen
- 3 Min. Lesezeit

Viele Menschen kennen diesen inneren Konflikt:
Ein Gedanke taucht auf; an einen Ex-Partner, eine vergangene Beziehung, eine Situation, die vorbei ist und sofort beginnt der Kampf.
„Ich will daran nicht mehr denken.“
„Ich muss loslassen.“
„Warum kommt das immer wieder?“
Was dann folgt, ist oft Erschöpfung, wegen des ständigen inneren Widerstands.
Gedanken sind keine Gegner
Ein Gedanke ist kein Feind.
Er ist auch kein Beweis dafür, dass du nicht weitergekommen bist.
Gedanken tauchen auf, weil dein inneres System etwas verarbeitet.
Der Versuch, Gedanken wegzudrücken, ist wie gegen Wellen anzukämpfen, statt zu lernen, wie man im Wasser steht.
Je mehr Energie du gegen einen Gedanken einsetzt, desto mehr Aufmerksamkeit bindest du an ihn.
Und genau das ist das Paradox:
Energie fließt dorthin, wo Aufmerksamkeit ist, auch dann, wenn die Aufmerksamkeit kämpft.
Loslassen ist kein Akt des Willens
Viele Menschen glauben, Loslassen sei eine Entscheidung.
„Jetzt lasse ich los.“
„Jetzt höre ich auf zu denken.“
Doch so funktioniert das Nervensystem nicht.
Loslassen ist kein Tun. Loslassen ist ein Nebenprodukt von Sicherheit.
Erst wenn dein System sich ausreichend gehalten fühlt, können Gedanken ihren Druck verlieren.
Nicht, weil du sie kontrollierst, sondern weil sie nicht mehr gebraucht werden.
Warum Gedanken an bestimmte Menschen bleiben
Wenn Gedanken immer wieder zu einer bestimmten Person zurückkehren, geht es selten um die Person selbst.
Es geht um eine Qualität, die dein System mit ihr verknüpft hat.
Zum Beispiel:
Nähe
Wärme
Gesehen-werden
Halt
Lebendigkeit
Berührung
Der Gedanke ist dann kein Erinnern, sondern eine Suchbewegung.
Dein Inneres fragt nicht: „Wo ist er?“
sondern: „Wo ist das, was ich gerade brauche?“
Der Kampf gegen Gedanken hält die Orientierung im Außen
Wenn du gegen Gedanken kämpfst, bleibt deine Aufmerksamkeit paradoxerweise genau dort, wo du sie eigentlich weg haben willst.
Du bist innerlich immer noch bei ihm, nur jetzt im Widerstand.
Kampfloses Loslassen bedeutet deshalb nicht, dass Gedanken verschwinden müssen, sondern, dass du aufhörst, ihnen Bedeutung zu geben, indem du dich wieder dir selbst zuwendest.
Aufmerksamkeit lenken und nicht kontrollieren
Aufmerksamkeit lässt sich nicht zwingen. Aber sie lässt sich einladen.
Zum Beispiel durch:
Wahrnehmung des Körpers
Kontakt mit dem Boden
Spüren von Gewicht und Halt
bewusste Pausen
einfache Selbstfragen
Nicht: „Wie bekomme ich den Gedanken weg?“
Sondern: „Wo bin ich gerade, in mir?“
Je mehr du dich selbst wahrnimmst, desto weniger muss dein System im Außen suchen.
Kampfloses Loslassen ist ein Umlenken
Loslassen heißt nicht:
vergessen
abschneiden
verdrängen
Loslassen heißt:
Die Energie zurückholen, die gerade woanders gebunden ist.
Ganz ruhig. Ohne Drama. Ohne Ziel.
Manchmal merkst du erst im Nachhinein, dass ein Gedanke seltener geworden ist.
Nicht, weil du ihn bekämpft hast, sondern weil du woanders angekommen bist.
Eine neue innere Haltung
Vielleicht ist die hilfreichste Frage nicht:
„Warum denke ich noch an ihn?“
Sondern:
„Was in mir braucht gerade Aufmerksamkeit?“
Diese Frage richtet dich nicht nach außen, sie richtet sich nach innen.
Sie macht dich handlungsfähig!
Zum Schluss
Du musst nicht gegen deine Gedanken "gewinnen". Du darfst ihnen zuhören und dich dann dir selbst zuwenden.
Loslassen ist kein Kraftakt. Es ist ein Nachlassen des Kampfes.
Und oft beginnt es genau dort: in dem Moment,
in dem du aufhörst, gegen dich zu arbeiten.
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Ich freue mich auf Dich!
Anna-Lena

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